
Die jüngsten Verlautbarungen aus Politik und Gesundheitswesen lassen aufhorchen: Seit Jahren kann in den westlichen Industriegesellschaften eine massive Zunahme von Personen mit Übergewicht und Adipositas festgestellt werden.
Wenn es zutrifft, dass schon heute die indirekten Auswirkungen der Adipositas, wie etwa Frühberentung, krankheitsbedingte Produktivitätsausfälle und der Verlust von Lebensjahren rund die Hälfte der Folgekosten ausmachen, ist dies ein starkes Indiz dafür, dass Adipositas als ein systemisches Risiko betrachtet werden sollte, dessen Vielfalt an möglichen Folgen weit über den Horizont von Medizin und Gesundheitswesen hinausreichen: Über die individuelle Beeinträchtigung der Gesundheit und des Wohlbefindens hinaus, kann Fettleibigkeit wirtschaftliche, soziale, ökologische und politische Risiken nach sich ziehen, die von der OECD als "systemische" Risiken bezeichnet werden. Unter systemischen Risiken sind solche Risiken zu verstehen, die von möglichen Beeinträchtigungen der physischen Gesundheit oder der Umwelt ausgehen und dann in andere Bereiche hineinwirken, wobei ihre Wirkung oft verstärkt wird.
Übergewicht und Adipositas werden in diesem Projekt exemplarisch als ein systemisch wirkendes, verhaltensinduziertes Risiko verstanden. Ziel ist es, ein umfassenderes Problemverständnis zu erreichen und wirksame Handlungsoptionen zur Prävention zu entwickeln.
Weitere Informationen finden Sie hier: www.zirn-info.de
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